10.04.22 SF Winden – TVK II 3:4 (1:2)

10.04.22 SF Winden – TVK II 3:4 (1:2)

Taktische Kniffe zahlen sich aus

Aufstellung: D. Trautmann – C. Storz-Renk (78. J. Engler) – M. Büchner – M. Dengler – S. Daudrich – T. Lühring (65. G. Veneri) – P. Hafner – F. Hellstern – T. Grafmüller- A. Atilgan (58. R. Tatarevic) – S. Jöslin (75. L. Lang)
Tore: 1:1: Simon Jöslin (05. Min.), 1:2: Sergej Daudrich (30. Min.), 2:3: Simon Jöslin (60. Min.), 2:4: Simon Jöslin (70. Min.)
Am Ende einer nervenaufreibenden Partie stand die Köndringer Reservemannschaft platt und erschöpft im Windener Bruckmatten-Stadion. Ein spektakuläres 3:4 bot den Zuschauern beste Unterhaltung, bescherte dem Köndringer Trainerduo Atilgan/Maier jedoch noch ein paar graue Haare mehr. Zum ersten Mal triumphierte der TVK II damit auf dem Windener Kunstrasen. Dabei fing es denkbar schlecht an.
Bereits nach zwei Zeigerumdrehungen musste Torhüter Trautmann das erste Mal hinter sich greifen, weil der Ball nicht aus der Gefahrenzone geklärt werden konnte und der Stürmer der Platzherren beim Abstauber trocken abschließen konnte. Die frühe kalte Dusche hatte eine erfrischende Wirkung für die Blauhosen. Nur drei Minuten später wurde der Rückstand schon egalisiert. Einen feinen Pass in die Schnittstelle von Hellstern nahm Mittelstürmer Jöslin mit und legte rüber zum einlaufenden Lühring. Das Bein eines Abwehrspielers funkte dazwischen und bugsierte die runde Kugel ins Netz. Da der Stadionsprecher die Nummer 11 der TVK-Reserve als Torschützen ausrief, wird der Treffer auch ihm zugeschrieben. Die muntere Anfangsviertelstunde endete mit einem berechtigten Strafstoß für Köndringen. Mittelfeldstratege Hafner nahm sich der Sache an, scheiterte aber am Heimgoalie. Die Feldvorteile gingen Stück für Stück auf die Gäste über. Insbesondere die Zentrumsspieler rochierten und pressten die Elztäler clever zu. Eine halbe Stunde war vorbei, als Jöslin nach einem Eckball wieder an den Ball kam und den hoch stehenden Abwehrverbund der Sportfreunde mit einem Steckpass sezierte. Der aufgerückte Daudrich schloss ins kurze Eck ab und feierte seine Torpremiere für Köndringen. Kurz vor dem Pausenpfiff zeigte der Unparteiische erneut auf dem Elfmeterpunkt, diesmal für die Heimelf. Die Emotionen kochten dann über, weil beim Anlauf des Schützen ein Pfiff ertönte wegen einer Rangelei zweier Akteure. Der Treffer hatte zur Verwunderung des TVK dennoch bestand. Eine Kartenflut und ein aufgebrachter Gästeanhang bzw. Spieler beendeten die erste Hälfte.
Der zweite Abschnitt startete mit mutigen Köndringern. Immer wieder hatten sie die Zeit sich im Zentrum zu drehen und gefährliche Angriffe einzuleiten. Das 2:3 entstand auf diese Weise. Ein Pass hinter die Viererkette von Hellstern fand Jöslin, der alleine vor dem Torwart ins lange Eck vollstreckte. Phasenweise kombinierten sich die Blauhosen in einen Rausch. Die Sportfreunde fanden kein Mittel gegen den Spielwitz, die TVK-Abwehr stand hinten bombensicher und ließ fast nichts zu. Grafmüller und Tatarevic vergaben beide am glänzend parierenden Windener Torwart. Für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte wieder Jöslin. Der eingewechselte Veneri setzte sich auf dem rechten Flügel im Eins-gegen-Eins durch und flankte an den Fünfmeterraum, wo Jöslin volley mit seinem rechten Fuß den Torhüter überwand. Atilgan und Maier schenkten in der finalen Viertelstunde den Ersatzspielern noch Einsatzzeit. Das ging auf Kosten der Stabilität. Die Gastgeber engten Köndringen von Minute zu Minute mehr ein. Den fälligen Anschlusstreffer fünf Minuten vor dem Ende konnte nicht mehr verhindert werden. Die TVK-Reserve kriegte einen hohen Ball in den Sechzehner nicht geklärt und es stand nur noch 3:4. Die Schlussminuten wurden zu einem Kraftakt, bei dem die Atilgan-Elf nur noch aufs Verteidigen konzentriert war. Der Kraftakt wurde belohnt und man gewann schlussendlich knapp, aber verdient.
Mit der vermutlich besten Saisonleistung bezwang die Köndringer Reserve einen guten Gegner. Laufbereitschaft, Zweikampfführung und etwas Glück bei den Toren waren die Grundlage für den Auswärtssieg. Die taktischen Umstellungen der beiden Coaches zeigten Wirkung. Das 4-4-1-1-System war ein Glücksgriff und gut durchdacht. Ob die Erfolgsformel auch gegen den SV Burkheim II greifen wird, zeigt sich am Ostersamstag im Elzstadion. Das Resultat der Kaiserstühler gegen Reute vom vergangenen Wochenende dürfte als Warnung genügen.

Simon Jöslin

10.04.22 SF Winden – TVK II 3:4 (1:2)

Menü