TVK II - SV Wasenweiler 5:5 (3:1)

TVK II – SV Wasenweiler 5:5 (3:1)

Spektakuläres 5:5-Remis lässt Meisterträume wohl platzen

Tore: 1:0: Christian Fischer (12. Min.), 2:1: Christian Fischer (33. Min.), 3:1: Simon Jöslin (40. Min.), 4:2: Christian Fischer (50. Min.), 5:2: Hansi Guth (60. Min.)
Aufstellung: Atilgan – Schindler – Dengler (46. Schröder) – Reiner (77. Schumacher) – Bär – L. Storz-Renk – Alpar – Lühring – Jöslin  Fischer (75. Keller) – Guth (68. Tatarevic)

Wer sich am Sonntag dazu entschied die beiden Spiele des TV Köndringen gegen den SV Wasenweiler zu besuchen, wurde belohnt. Satte 20 Tore bekamen die Zuschauer in beiden Spielen zu sehen, gerecht verteilt mit 10 Toren pro Spiel. Den Anfang machten die beiden Reservemannschaften im Spitzenspiel der Kreisliga B5. Bei noch drei ausstehenden Begegnugen zählte für die TVK-Reserve nur Siege, um den Traum Meister zu werden aufrecht zu erhalten. Top motiviert und hoch konzentriert ging die Elf des Trainerduos Atilgan/Weiler auch in die Begegnung. Eine starkte Ansprache von Kapitän Lühring puschte die Gastgeber vor Anpiff noch zusätzlich. Bei dem großen Kader mussten leider wieder fünf Spieler zu Hause bleiben. Ein klein wenig Unruhe gehört da dazu. Das, wie auch andere aktuelle Nebenkriegsschauplätze, blendete die TVK-Reserve gut aus. Vom Anpfiff weg vermittelten die Blauhosen den Eindruck, dass nur sie das Feld nach 90 Minuten als Sieger verlassen werden. Die Abwehr der Gäste war nicht sattelfest, was Köndringen mit vielen Kontern auszunutzen versuchte. Der erste Torschuss führte gleich zum 1:0. Auf Vorlage von Guth ließ sich Fischer feiern. Wasenweiler fand nicht ins Spiel, weil die Köndringer sehr aufmerksam waren. Erstmals spielten Dengler und Reiner in der Innenverteidigung zusammen. Astrein agierten beide und ließen erst nach einer halben Stunde den ersten Torabschluss der Kaiserstühler zu. Doch der saß und es stand auf einmal 1:1. Die kurze Schrecksekunde verarbeitete die TVK-Reserve aber schnell und antwortete mit dem zweiten Treffer von Fischer. Nach Balleroberung und Vorlage von Lars Storz-Renk sah Fischer, dass der Gästekeeper wie fast immer sehr weit vor seinem Gehäuse stand und überlupfte diesen. Die Mittelfeldreihe agierte und rochierte bockstark in den ersten 45 Minuten. Die Zweikampfpräsenz der Abräumer Lars Storz-Renk und Maslom Alpar war elementar für die Dominanz der Gastgeber. Die Außenspieler Lühring und Jöslin spulten Kilometer um Kilometer ab und stießen immer wieder in die Freiräume der unsortierten Abwehr von Wasenweiler. Im Sturm war die Erfahrung und Qualität von Guth und Fischer wie immer zu sehen. Fischer als Anspielstation und Ballverteiler, Guth mit seiner Schnelligkeit und Technik. Der dritte Treffer für Atilgan/Weiler-Truppe erzielte Jöslin. Nachdem seine Mitspieler innerhalb weniger Sekunden mit ihren Abschlüssen hängen blieben staubte Jöslin letztendlich ab. Sein 15 Saisontreffer übrigens. Trotz der 3:1-Führung zur Pause schwor Weiler seine Jungs ein den zweiten Abschnitt so anzugehen, als stünde es immer noch 0:0. Kaum auf dem Platz stand es dann nur noch 3:2, respektive 0:1. Aber auch diesmal ließ sich der TVK nicht aus der Ordnung bringen und spielte weiter nach vorne. Ein weiterer Ballgewinn von Lars Storz-Renk war der Wegbereiter zum 4:2. Auf Vorlage von Jöslin schnürte Fischer mit einem Traumtor seinen Dreierpack. Ein Fehlpass eines Gästespieler ebnete Guth nach einer Stunde den Weg zu seinem verdienten Tor. Dass Guth wenig später seinen zweiten Treffer auf dem Fuß hatte und vergab schien nicht besonders wichtig für das Endergebnis zu sein. Mit den vier Auswechslungen kam dem TVK 2 die Stabilität und Balance abhanden. Zunächst schenkte man den Schwarz-Gelben das 5:3, als der Ball nicht geklärt werden konnte. Die Gäste witterten ihre Chance und erhöhten den Druck. Die Nervosität des aktuellen Tabellenführers war spürbar und das Nervenkostüm dünn. Anders ist die Aktion vor dem Anschlusstreffer nicht zu erklären. Das Spielgerät konnte im Sechzehner wieder nicht geklärt werden, es folgte ein Foul und der fällige Strafstoß, bei dem Aushilfstorwart Atilgan keine Chance hatte. Die Gastgeber lauerten nur noch auf Konter. Die größte Chance versiebte Jöslin frei vor dem Keeper, das 6:4 wäre die Entscheidung gewesen. Ein spektakulärer Schlagabtausch sahen die Zuschauer in den letzten Minuten. Es ging hin und her. Der eingewechselte Tatarevic hatte ebenfalls eine große Möglichkeit die erhitzten blau-weißen Gemüter zu beruhigen. Er scheiterte aber am Gästekeeper, der einen Konter einleitete und die unsortierte Köndringer Abwehr auf dem falschen Fuß erwischte. Ein einfacher Doppelpass genügte um die Innenverteidigung auszuhebeln und es stand 5:5. Die Platzherren gingen All in und warfen alles nach vorne. Taktische Vorgaben spielten in dieser wilden Schlussphase keine Rolle mehr. Kurz vor Abpfiff tauchte Linksverteidiger Bär vor dem Tor auf. Ein unnötiges Kommando eines Mitspielers brachte ihn aber aus dem Tritt, denn anstatt abzuschließen zögerte er einen kleinen Augenblick zu lang und kam nicht zum Torabschluss. Eine denkwürdige Begegnung endete somit 5:5. Nach Abpfiff fiel die Köndringer Reservemannschaft in eine Schockstarre. In der letzten halben Stunde wurden auf dem Feld viele falsche Entscheidungen getroffen. Mit diesem unnötigen und bitteren Remis ist der Meisterzug wohl endgültig am Köndringer Bahnhof vorbei gefahren und hält vorraussichtlich eine Station weiter. Das vorletzte Spiel bestreitet man am kommenden Donnerstag zuhause gegen den SV Kenzingen.

Simon Jöslin

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